Another Brick In The Wall | עוד לבנה בקיר

Einer der eindrücklichsten Orte der ganzen Reise waren sicher die Mauern der Israelischen Grenzanlagen in Bethlehem. Erst im Jahr 2002 wurde mit dem Bau begonnen.

Die bis zu 8 Meter hohen Mauerelemente hatten eine negative, unangenehme Ausstrahlung auf mich.
Eigentlich unvorstellbar dass ein Ort in 2 Teile zerrissen wird.

Aber die Kreativität, die durch so was negatives ausgelöst wird, ist genau wiederum beeindruckend. Man hat diese Energie dort richtig spüren.
In der Umgebung und an der Mauer selbst kann man einige echte Banskys bewundern. Das Walled-Off-Hotel befindet sich direkt an Mauer. Das Hotel mit der schlechtesten Aussicht der Welt wurde auch von Bansky gestaltet.

Wir haben auch die Geburtskirche in Bethlehem besucht. Und wir waren in einem Flüchtlingslager, das seit dem Sechstagekrieg 1967  besteht. Dort lebt ein Künstler, der Schmuck aus Tränengas-Katuschen erzeugt.

Wirklich verstörend. Es bringt einen schon sehr zum Nachdenken, wenn man für einen Tag in eine Welt eintaucht, die für andere harte Realität ist. Und man sich selbst dann wieder in seinen angenehmen Alltag zurückziehen kann.

 

Checkpoints & Abrahams Grab | מחסומים וקבר אברהם

Wir haben auch einen Tagesausflug nach Palästina unternommen. Ins Westjordanland, nach Bethlehem  und Hebron. Da die Sicherheitslage schnell umschlagen kann, sollte man dort nicht auf eigene Faust unterwegs sein. Wir haben uns deshalb Green Olive Tours angeschlossen.

Besonders in Hebron ist die Lage angespannt. In Hebron befindet sich das Grab von Abraham und seiner Familie. Ein heiliger Ort für Juden, Christen und Moslems .

Hebron ist der einzige Ort im Westjordanland, wo auch jüdische Siedler in der Innenstadt leben. Seit dem jüdischen Attentat von Baruch Goldstein 1994 sind Teile der Innenstadt für Araber abgeriegelt, und wir mussten einige Checkpoints passieren, um dort hin und zum Grab von Abraham zu gelangen.

Ich fand die Situation in Hebron mehr als aufreibend. Es gab einen kleinen Einblick in einen Alltag, den man sich so eigentlich nicht vorstellen kann.

Auf unserem Weg durch das Land, besuchten wir auch eine Glas/Keramikfabrik.

Wüstenburg & ein totes Meer | טירה במדבר & ים המלח

Auf unsere Reise durch Israel ging es weiter Richtung Süden. Wir haben unsere Mietautos am Flughafen zurück gegeben und sind ab jetzt mit öffentlichen Verkehrsmitteln unterwegs.

Mit dem Linienbus sind wir ins Westjordanland gefahren. Genauer gesagt nach Masada und weiter ans Tote Meer.
Masada ist eine unter König Herodes erbaute Festung auf einem Tafelberg der an das Tote Meer grenzt. Es führt eine Seilbahn hinauf, wird haben den Auf- und Abstieg Weg zu Fuß bewältigt.
Eine wirklich beeindruckendes Bauwerk. Es gibt eine tragische Geschichte über die Einnahme der Festung durch die Römer. Die bis heute stark in der jüdischen/israelischen Kultur verankert ist.

In diesem Zeitsprung-Podcast wird die Geschichte von Masada erzählt:

Danach fuhren wir weiter ans Tote Meer. In En Bokek konnten wir dann in Tote Meer baden und uns nachher sofort das Salz wieder von der Haut waschen. Der Ort hat außer ein paar Hotelburgen und Strand nicht viel zu bieten.
Das Baden in dem Wasser (33 % Salzgehalt dort, zum Vergleich im Mittelmeer 4 %)  ist sehr eigenartig. Man kann dort nicht untergehen. Geht einfach nicht. Man bringt für ein ordentliches Schwimmtempo nicht einfach die Beine unter Wasser.
Das Tote Meer liegen einige hundert Meter unter dem Meeresspiegel. Und ist somit einer der tiefsten Ort der Welt, die man erreichen kann.

Jesus Nachbarschaft | שכונת ישוע

Rund um dem See Genezareth lebte und wirkte vor zirka 2000 Jahren ein jüdischer Wanderprediger namens Jesus von Nazareth. Wir waren an vielen Orte und hören einige Geschichten mit denen ich frühe Erinnerungen verbinde. Ein ungewohntes Gefühl, jetzt selbst an diesen Plätzen zu sein.

Wir konnten Anfang Februar sogar im See baden, hatten als wirklich Glück mit dem Wetter.

Wir waren an vielen Orte mit starken Bezug zur christliche Religion. Der Berg der Seligpreisung, der Ort der Brotvermehrung, Jesus Wohnort Kafarnaum und am Jordan.

In den Bergen | בהרים

Wir haben die Küste verlassen, und erkunden nun das bergige Landesinnere.

Unsere Reise bringt uns zum Sonnenuntergang nach Safed. Einer kleinen Stadt in den galiläischen Bergen, die ein wichtiges Zentrum der jüdischen Kultur und Religion ist.
Zufälligerweise trafen wir dort einen deutsch-jüdischen Fotografen, der längere Zeit in Wien gelebt hat, und jetzt wieder zum Arbeiten nach Israel zurückgekehrt ist.
Es war wirklich spannend, seinen Schilderungen zu folgen und unsere Eindrücke mit ihm zu reflektieren.

Unser Quartier für die Erkundungen in Galiläa schlugen wir in Nazareth auf.  Der Namen der Stadt klingt so vertraut, aber was erwartet ein in einer Stadt, die die größte Arabische Siedlung in Israel ist?
Natürlich die Verkündigungskirche (die größte Kirche auf der Arabischen Halbinsel) und ein Straßenverkehr auf steilen, engen Straßen wo man echt überlegt, ob nicht Seil und Klettergurt sinnvoller gewesen wären.